Zeitlicher Bezug: 04.07.2017

Dempsey Kaserne - Konkrete Planungen beginnen

Schrägluftbild Dempsey Kaserne, Luftbild Gerd Vieler

Die "Steuerungsgruppe Konversion" hat in ihrer Sitzung am 04.07.2017 einstimmig dem vorgeschlagenen weiteren Weg der Planungen für die Dempsey Kaserne zugestimmt.
Nach der derzeit laufenden Grundlagenermittlung wird in der zweiten Jahreshälfte 2017 ein Strukturkonzept entwickelt, das die wesentlichen planerischen Vorgaben und gesamtstädtischen Bedarfe (z. B. Spektrum der Nutzungsarten, bauliche Dichten, Berücksichtigung der verkehrlichen, ökologischen und sozialen Belange etc.) umfasst.
Auch auf der Dempsey Kaserne kann entsprechend der Bedarfe in der Gesamtstadt ein viel-fältiges Flächenangebot geschaffen werden, das unterschiedliche Nutzungsansprüche bedienen kann. Als Schwerpunkt der künftigen Nachnutzung ist, aufgrund der integrierten Lage im Siedlungsgefüge, ein breites Spektrum an Wohnungsangeboten vom Einfamilienhaus (EFH) über selbstgenutzte Eigentumswohnungen bis hin zum Mietwohnungsbau zu erwarten. Hierzu zählt auch die Bereitstellung von gewerblich zu nutzenden Bauflächen, bspw. von Flächen für Kleingewerbe im Anschluss an die gewerblich genutzten Bereiche an der Dubelohstraße. Im Rahmen der Umnutzung der Dempsey Kaserne sind auch der Erhalt der naturräumlichen Potenziale (Funktion und Qualität des angrenzenden Waldbereichs), der Biotopverbund (Habichtssee) und die verkehrlichen Auswirkungen auf den Bereich Schloß Neuhaus beachtlich.
Parallel soll im Rahmen einer Machbarkeitsstudie die Nachnutzbarkeit der 1930er-Jahre Kasernengebäude an der Husarenstraße untersucht werden, um frühzeitig konkrete Anhaltspunkte zur weiteren Verwendung dieser Gebäude für eine wohnbauliche und gewerbliche Nutzung zu bekommen. In der Praxis zeigen sich einige gelungene Nachnutzungen solcher Kasernengebäude, während andernorts diese Gebäude abgerissen worden sind. Anhand eines konkreten Baublocks sollen exemplarisch für die übrigen Gebäude architektonische Umnutzungsmöglichkeiten erarbeitet werden. Hierzu wird eine Mehrfachbeauftragung mit zwei Architekturbüros durchgeführt. In diesem Kontext ist erforderlich, eine Marktanalyse für Wohnen und Gewerbe in Schloß Neuhaus durchzuführen, die die konkreten Marktsegmente benennen soll, die am Standort umgesetzt werden können. Die Ergebnisse dieser Machbarkeitsstudie (Architektur und Markanalysen) werden in das Strukturkonzept einfließen. Das Strukturkonzept wird in den entsprechenden Gremien vorgestellt, beraten und als Grundlage für die weitere Planung beschlossen. Ziel ist es, das Strukturkonzept Anfang 2018 abzuschließen.

Mit der planerischen Grundlage des Strukturkonzeptes soll im Anschluss eine Beteiligung der Öffentlichkeit durchgeführt werden. Hierzu wird die mehrfach erfolgreich praktizierte Kombination von Vor-Ort- und Online-Dialogformaten als frühzeitige und informelle Beteiligung eingesetzt.

Auf Basis der strukturellen Vorüberlegungen (Strukturkonzept), der Machbarkeitsstudie zur Gebäudeumnutzung und der Ergebnisse der Bürgerbeteiligung wird sich, analog des Vorgehens bei der Alanbrooke Kaserne, anschließend ein offener städtebaulich-freiraumplanerischer Wettbewerb anschließen (voraussichtlich ab 2. Quartal 2018). Hierbei können sich ohne Vorauswahl alle interessierten Architekten und Stadt- bzw. Freiraumplaner am Verfahren beteiligen. Im Rahmen des Wettbewerbs wird durch die teilnehmenden Büros auf Basis des Strukturkonzeptes eine Vielzahl an städtebaulichen Varianten entwickelt, die durch eine unabhängige, mit externen und lokalen Fachleuten besetzten Jury bewertet und prämiert werden. Auf Basis der Juryentscheidung wird ein prämiertes Büro seinen Wettbewerbsbeitrag zu einem Rahmenplankonzept weiterentwickeln.