Zeitlicher Bezug: 14.12.2016

Wettbewerb Alanbrooke Kaserne: Preisgericht hat entschieden

 von rechts: Bürgermeister Michael Dreier, Prof.`ìn Anne Beer, München; MR Kay Noell, Ministerium für Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung und Verkehr NRW; Technische Beigeordnete Claudia Warnecke; Ina Bimberg, Landschaftsarchitektin und Bernd Grotefeld, Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) Portfoliomanagement

Am 14.12.2016 tagte die Jury zur Auswahl des besten Entwurfs im Rahmen des städtebaulich-freiraumplanerischen Wettbewerbs für die Alanbrooke Kaserne. Das Büro ARQ Architekten Ritz und Quack aus Berlin mit schoppe + partner freiraumplanung, Hamburg ging dabei als Sieger hervor. Der Entwurf setzt insgesamt die Zielsetzung der Auslobung konsequent um, schafft hohe Nutzerqualitäten für Freiräume ebenso wie für das zukünftige Wohnen und die Gewerbeflächen und zeichnet sich durch die gelungene Vernetzung mit der Umgebung aus.
„Mit dem einstimmig ausgewählten Siegerentwurf haben wir jetzt eine hervorragende Grundlage für die Entwicklung der Alanbrooke Kaserne. Dies ist der erste Meilenstein für die Konversion militärischer Flächen in Paderborn und ein positives Signal für den weiteren Konversionsprozess“, begrüßt Bürgermeister Dreier das Ergebnis des städtebaulich-freiraumplanerischen Wettbewerbs.
Der Entwicklung der Alanbrooke Kaserne kommt im Konversionsprozess in Paderborn eine besondere Bedeutung zu. Der Standort bietet das Potenzial, in innenstadtnaher Lage vor einer historischen Kulisse ein neues, lebendiges, urbanes Quartier zu entwickeln. Eine Mischung aus Wohnen und Dienstleistungen verbunden durch qualitätvolle Grünverbindungen und den ehemaligen Exerzierplatz im Norden der Fläche lassen einen Standort entstehen, der mit seinen besonderen Qualitäten ein Alleinstellungsmerkmal sowohl für die Wohnbebauung als auch für die Ansiedlung von kleinteiligen Dienstleistern oder Büronutzungen bilden kann.
Mit der zukünftigen Öffnung der Kaserne wird eine über Jahrzehnte bestehende Barriere in der Stadt aufgehoben und den Bewohnern ein Stück „verbotener“ Stadt wieder zugänglich gemacht. Es entstehen neue Wegeverbindungen im Quartier. Somit kann die Alanbrooke Kaserne ihrer Funktion als Teil der Innenstadt neu gerecht werden.
Vor diesem Hintergrund lobte die Stadt Paderborn einen städtebaulich-freiraumplanerischen Wettbewerb mit vorgeschaltetem offenem Teilnahmewettbewerb aus. Dieser Wettbewerb fand mit der Sitzung des Preisgerichtes im historischen Rathaus Paderborn seinen Abschluss. Unter dem Vorsitz von Prof. Kunibert Wachten, Architekt und Stadtplaner aus Dortmund, beurteilte das Preisgericht insgesamt 16 Wettbewerbsbeiträge, die interessante Lösungsvorschläge zur Entwicklung der Wettbewerbsfläche erarbeitet hatten.
„Das Verfahren hat eine enorme Bandbreite an Lösungsmöglichkeiten zum städtebaulichen Rahmenplan für die Alanbrooke Kaserne hervorgebracht“, lobt die Technische Beigeordnete Claudia Warnecke die hohe Qualität des anonymen Wettbewerbsverfahrens.
Mit dem 1. Preis wurde das Büro ARQ Architekten Ritz und Quack aus Berlin mit schoppe + partner freiraumplanung, Hamburg ausgezeichnet. Zwei 3. Preise gingen an die Büros Thomas Schüler Architekten, Düsseldorf mit Faktorgrün aus Freiburg und das Büro pesch partner architekten stadtplaner GmbH. Das Büro Blaumoser Architekten aus Starnberg mit Zaharias landschaftsarchitekten wurde mit dem 4. Preis bedacht. Einen 5. Preis erhielt das Büro Jan Wiese Architekt aus Berlin mit Landschaftsarchitekten Stefan Wiebersinsky und Heiko Ruddigkeit.

Die Jury würdigte den 1. Preis als besonders gelungenen Beitrag für die Neuentwicklung des ehemaligen Kasernenstandortes. Ausgehend von dem behutsam neu gefassten und als großer Grünraum erhaltenen Exerzierplatz entwickelt die Arbeit eine sich nach Süden fortsetzende differenzierte – sich blockweise versetzende – Grünstruktur. Dabei reagiert der Ein- bzw. Ausgang im Süden sinnfällig auf die gegenüberliegende Straßeneinmündung. Im Osten entsteht eine repräsentative Bürobebauung mit der Qualität des „Arbeiten am Park“, die über die Grünstrukturen gut mit den westlichen und südlichen Wohnbauten korrespondiert. An der Westseite schließt die Kita in guter Positionierung in zentraler Lage der Wohnareale an. Die Wohnbebauung gliedert sich in differenzierte Cluster mit guten Möglichkeiten zur Realisierung unterschiedlicher Wohnkonzepte in gemischten Strukturen.

Die Dokumentation des Verfahrens und aller Wettbewerbsarbeiten finden Sie in der Rubrik Bibliothek.